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Oberliga Nord Staffel Nord 2017/2018

Preetzer TSV - SK Marmstorf 5:3

Sonntag, den 15.04.2018
Spielort: Preetzer TSV Spiellokal, Lindenstrasse 37, 24211 Preetz


Schade schade...

... und wieder muss der Schreiber dieser Zeilen über eine Niederlage berichten, die diesmal mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit unseren Abstieg aus der Oberliga bedeutet.

Nach etwas über zwei Stunden stellte ich die Uhr ab. Ich fand keinen überzeugenden Weg mehr, der dreifachen Stellungswiederholung auszuweichen, ohne schlechter zu stehen. Objektiv wohl gerechtfertigt – mein Computer bewertet die Stellung mit 0.00 – aber natürlich auch zweischneidig in so einem wichtigen Kampf.

Allerdings sah es zu diesem Zeitpunkt durchaus viel versprechend für uns aus. Jens stand eigentlich schon auf Gewinn. Bei Matze sah ich bereits einen Figurengewinn (der allerdings nicht funktioniert hätte, wie man mir später erklärte). Holger stand sehr bequem und konnte risikolos weiter Druck machen. Jan Hendrik spielte mit gutem Springer gegen schlechten Läufer auf zwei Ergebnisse. Michael schien mir mindestens genug Spiel für seinen geopferten Bauern zu haben. Lediglich Tobi war mit einer ziemlich unangenehmen Stellung aus der Eröffnung gekommen, während bei Jeronimo noch alles Mögliche passieren konnte.

Eine Weile später kam es dann auch bei Michael und Holger jeweils zum Remis. Keine Ahnung, ob da mehr drin war; jedenfalls war es den Gegnern gelungen, ihre Stellungsprobleme zu lösen.

Allerdings war zu diesem Zeitpunkt schon eine kleine Vorentscheidung gefallen. Leider hatte Matze in einer mit diversen taktischen Motiven aufgeladenen Stellung einen Einschlag übersehen, der eine Figur kostete. Er kämpfte wacker weiter, konnte den Rückstand aber letztlich nicht verhindern.

Kurz danach hielt auch Tobi die Uhr an, nachdem der Gegner sein positionelles Übergewicht zu Materialgewinn verdichtet hatte.

Damit stand es 1,5:3,5 und es durfte nichts mehr schiefgehen. Trotzdem bestand durchaus noch Hoffnung: Jens überrollte seinen Gegner am Königsflügel, Jan Hendrik knetete das Endspiel und Jeronimos Stellung blieb unübersichtlich.

Zunächst verkürzte Jens auf 2,5:3,5. Das sah sehr überzeugend aus, wie er die Passivität seines Gegners ausnutzte und es dann auch vollstreckte.

Die Entscheidung fiel dann bei Jeronimo. Sein Königsangriff schlug letztlich nicht durch und wurde in Zeitnot entscheidend gekontert. Damit stand es 2,4:4,5 und der Kampf war verloren.

Jan Hendrik knetete das Endspiel noch eine Weile weiter, traute sich aber am Ende nicht, die wohl Gewinn bringende Idee zu verwirklichen – verständlich, schließlich spielte er wie so oft nur noch auf Inkrement und es ging um nichts mehr. Damit 3:5.

Damit belegen wir mit drei Mannschaftspunkten den 9. Platz. Das dürfte nach menschlichem Ermessen zu wenig für den Klassenerhalt sein, auch wenn man in der kommenden Woche noch auf bestimmte Fügungen in der Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern hoffen kann, deren Eintrittswahrscheinlichkeit das Liga-Orakel mit 2,6% beziffert. Na ja – letztlich sind 3 Mannschaftspunkte schlichtweg zu wenig.

Trotzdem sollte man in der Bewertung der Spielzeit berücksichtigen, dass wir nach Brettpunkten sogar besser abgeschnitten haben als letzte Saison und genauso gut wie in der vorletzten. Insofern haben wir nicht schlechter Schach gespielt, wohl aber in den entscheidenden Momenten zu viele Chancen liegen gelassen. Wer die Berichterstattung hier mitverfolgt hat, dürfte sich insbesondere an die Kämpfe gegen SKJE, Schachfreunde sowie auch heute gegen Preetz erinnert fühlen.

Und was bleibt sonst noch von dieser Saison?

Zunächst wären da einige Dinge, die man lernen kann:

  • Autobahn-Fastfood ist kein Ersatz für eine Bratkartoffel, und griechisches Essen funktioniert ohne Tsatsiki genauso wenig wie Pasta ohne Parmesan
  • Wer ein kostenloses Brötchenbüfett leerräumt, sollte dabei sorgfältig zwischen Trauben und Oliven unterscheiden
  • Manche Gespenster sind realer als andere, aber nicht immer leicht zu unterscheiden
  • Die 50- und 75-Züge-Regeln finden nur Anwendung, wenn keine Figuren geschlagen und keine Bauern gezogen werden
  •  7-stündige Partien lassen sich ohne Nierensteine deutlich besser aushalten

Und, sehr wichtig: Bevor man auf der Toilette zwiespältige Angebote unterbreitet, sollte man immer erst mal schauen, wer da gerade hereingekommen ist!!

... und ansonsten natürlich wieder diverse Kuriositäten:

  • Remis à la Hawellek: Die Punkteteilung kommt zustande, wenn beide Spieler keinen Bock mehr haben. Aber das muss nicht immer zum selben Zeitpunkt der Fall sein!
  • Rache à la Müller: „Mein Gegner hat mich besiegt, also esse ich alle seine Brötchen auf“

  • Basar à la Diekmann: „Wollen wir Farben tauschen? Wollen wir Plätze tauschen?“ (Nein, Jens, es ist nicht erlaubt...)

  • Verplantheit à la Peschke: Matze erkundigt sich zu Beginn der 9. Runde (!) nach der Bedenkzeitregelung...

  • Heterogenität à la SKM: Jeder stellt die Springer anders hin: auf 90°, 45° (!!) oder einander zugewandt, damit man bis ins Endspiel sehen kann, wo der Springer hergekommen ist

Insgesamt hat es wieder viel Spaß gemacht als Teil dieser Mannschaft in der Oberliga dabei zu sein, und ich freue mich schon auf die neue Saison ab Herbst, auch wenn es dann wohl eine Etage tiefer weitergeht. (CR/15.04.)


Schachliches

In meiner Vorbereitung stieß ich auf eine Partie meines Gegners vom letzten Jahr, in der er in einer meiner präferierten Varianten ein Remis abholte. Die Stellung war aber klar besser für Weiß und insofern folgten wir dieser Partie bis zum 12. Zug bevor ich ein paar Verbesserungen anbringen konnte.

Nach dem 17. Zug von Schwarz war folgende Stellung entstanden:

Diekmann, Jens (2058) - Kornrumpf, Joachim (2084)
GER - chT OL Nord Nord (9.7), 15.04.2017
[JD]

XABCDEFGHY
8r+-+-snk+(
7+lwq-vlrsnp'
6pzp-zppzpp+&
5+-zp-+-zPP%
4-+P+PzPQ+$
3+-sNPvL-sN-#
2PzP-+-+L+"
1tR-+-+RmK-!
xabcdefghy

18.f5! gxf5 19.exf5 fxg5 20.fxe6 Txf1+ 21.Txf1 Lxg2 22.Kxg2 h6? 23.Df3! [und nun greift Weiß den Turm auf a8 an und dringt über f7 ein.]

23...Te8 24.Df7+ Kh8 25.Sd5 Db7 26.Se4 [ein hübscher Zug der die Fesselung aufhebt und zudem eine Falle aufstellt, in die der Gegner sogleich hinein tappt.]

26...Sfxe6?

XABCDEFGHY
8-+-+r+-mk(
7+q+-vlQsn-'
6pzp-zpn+-zp&
5+-zpN+-zpP%
4-+P+N+-+$
3+-+PvL-+-#
2PzP-+-+K+"
1+-+-+R+-!
xabcdefghy

 27.Sxd6! Tf8 28.Dxf8+ Lxf8 29.Sxb7 [und Weiß hat einen ganzen Turm mehr.]

1–0 (JD/15.04.)


 

Ergebnis:

  Preetzer TSV 5:3 SK Mamstorf
1 3 Pedersen, Steffen 2368 ½-½ Hebbinghaus,Holger 2259 1
2 7 Schwarz, Frank 2234 1-0 Hawellek,Jeronimo,Dr. 2301 2
3 8 Reinecker, Kai 2256 1-0 Müller,Tobias 2148 3
4 9 Junge, Kai 2212 ½-½ Rammé,Christoph 2164 4
5 11 Willsch, Matthias 2269 ½-½ Müller,Jan Hendrik 2109 5
6 13 Hamann, Carsten 2110 ½-½ Hohlbein, Michael 2085 6
7 14 Kornrumpf, Joachim, Prof. Dr. 2082 0-1 Diekmann,Jens 2058 7
8 15 Dittmann, Hans-Adolf 2084 1-0 Peschke, Matthias 1960 10


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